Schule
 
 

bedeutet übersetzt "China Hand" Karate Dô ist "der Weg der chinesischen Hand".
Mit der Zunahme von nationalistischen Tendenzen in Japan wurde diese Übersetzung durch die Lesart "Leere Hand" ersetzt, um so die chinesische Herkunft zu verschleiern.
Die Wurzeln des Karate liegen in der ursprünglichen Selbstverteidigung
Okinawas, die einfach "Te"(= Hand) genannt wurde, und im chinesischen Quanfa hieß. 

Schon früh stand Okinawa in regem Handels- und Kulturaustausch mit China, in dessen Folge chinesische Kampfkunstexperten auch die okinawanische Form der Selbstverteidigung beeinflussten: So entstand das "Tôde" (Okinawanisch: Hand aus China).

Die Unterwerfung Okinawas durch das japanische Reich im 17. Jahrhundert und das Verbot des Waffentragens führten zu einer Intensivierung der waffenlosen Kampfkünste. Für sie bürgerte sich die Bezeichnung "Okinawa Te" (Hand aus Okinawa) ein.

In der Folgezeit begann sich das Okinawa Te in verschiedene Stilrichtungen auszuprägen. Ausgehend von Meistern aus den Orten Shuri und Tomari entwickelte sich das Shôrin Ryû (kleine Waldschule, okinawanische Aussprache für Shaolin).

Kanji

Japanisch Deutsch
Sho/Ko Sho / Ko klein
Rin/Bayashi Rin /
Bayashi
Wald
Ryu Ryu Schule



Die Überlieferungslinie
des Okinawa Shorin Ryu Shidokan Karate Do Europa

Sakugawa Tode (Kanga) Matsumura Sokon (Bushi) Itosu (Anko) Yasutsunes Chibana Choshin Miyahira Katsuya Laupp Joachim
Sakugawa Tode Matsumura Sôkon Itosu "Anko" Yasutsune Chibana Chôshin Miyahira Katsuya Laupp Joachim

Deutliche Charakteristika entwickelte der Stil zuerst unter Meister Sakugawa (1733-1815), der in Shuri, der früheren Hauptstadt Okinawas, lebte und der als erster historisch bekannter Meister des Shuri Te gilt. Großen Wert legte Meister Sakugawa auf die innere Einstellung und das Verhalten seiner Schüler. So überrascht es nicht, dass er als Begründer der Dojokun (Verhaltensregeln) gilt, die das Auftreten und Verhalten der Kampfkünstler bis in unsere Tage prägen.

Matsumura Sôkon (†1896) ist in einem Ort namens Yagamawa in der Nähe von Shuri auf Okinawa aufgewachsen. Schon in jungen Jahren wurde er auf Bitten seines Vaters von Großmeister Sakugawa im Karatedo unterrichtet und wurde sein bedeutendster Schüler, er gilt als der eigentliche Gründer des Shôrin Ryû. Matsumura erlangte weit über seine Heimat hinaus große Berühmtheit und erhielt von Okinawas König den Titel "Bushi" (=japanisch: Samurai).

Matsumuras Schüler Itosu "Anko" Yasutsune (1830-1916) wagte einen wichtigen Schritt für die Verbreitung des Okinawa-Karate: Er brach mit dem alten Tabu der Geheimhaltung und unterrichtete Karate an den öffentlichen Schulen Okinawas.

Chibana Chôshin (1885-1969), der Karate bei Meister Itosu gelernt hatte, gründete im Jahre 1920 den Shôrin Ryû - Stil Kobayashi ryû (auch Chibana Ha). Chibana Choshin gilt als einer der größten okinawanischen Meister der vorigen Generation. Aus einem großen Umkreis wurde er von vielen Meistern besucht, denn man betrachtete ihn als eine der letzten wirklichen Größen des okinawanischen Karate. Unter anderem war er einer der Lehrer Großmeister Miyahira Katsuyas. Im August 1964 errichtete Chibana zum Gedenken des 50. Todestages seines Lehrers Anko Itosu ein Ehrenmal neben Itosus Familiengrab.

Großmeister Miyahira Katsuya Gründer des Okinawa Shorinryu Shidokan, (*1918) gehört heute zu einem der Hauptvertreter des Kobayashi ryû auf Okinawa. Er ist Inhaber des 10. Dan und steht der Okinawa Shôrin Ryû Karate Dô Kyôkai (Okinawa Shôrin Ryû Karate Association) vor. Sein tiefergehendes Karate-Studium begann im April 1933 unter Chibana Choshin, bei dem er das traditionelle Shuri-te kennenlernte. Hier wurde er von den Seniorschülern des Dojos wie Yoshitsugu Teichi, Kangi Shoya, Yasuyoshi Kamikosu, Tsuguyoshi Miyagi, Chozo Nakama und Shinji Tawada beeinflusst.

Joachim Laupp wurde am 3. Juli 1957 in Trier geboren und beschäftigt sich seit seiner frühen Jugend mit Kampfkunst. Er begann zunächst im Shotokan und kam dann Anfang der 70er Jahre zum Matsubayashi Shorinryu, wo er unter Leitung von William (Bill) Marsh (8. Dan Shorinjiryu) übte, der ab 1976 als Schüler von Richard Lee (9. Dan Hanshi) den Unterricht im Shorinjiryu in Deutschland aufbaute. Gleichzeitig beschäftigte Großmeister Laupp sich mit Wado ryu und widmete sich ab 1978 ganz dem Kobayashi ryu. Sensei Joachim Laupp 8. Dan ist ein persönlicher Schüler von Großmeister Miyahira Katsuya. Vom Europäisches Zentrum für Okinawa Shorinryu Shidokan Karatedo Düsseldorf aus bemüht er sich im Auftrag von Großmeister Miyahira um die Verbreitung des Okinawa Shôrin Ryû Shidokan Karate Do in Deutschland und Europa.

 
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